Direkt entgegennehmen
Wenn möglich, das Getränk selbst direkt beim Ausschank oder vom zuständigen Personal entgegennehmen. Wer ein angebotenes Getränk nicht annehmen möchte, muss das nicht begründen.
Aufmerksam · gemeinsam · ohne Schuldzuweisung
Freiwillige Routinen für Gäste – und klare Aufgaben für Städte, Kommunen, Hochschulen und Veranstaltende. Ohne falsche Sicherheit und ohne Verantwortung auf Betroffene zu verlagern.
Sechs freiwillige Routinen
Diese Hinweise zielen darauf, einzelne Zugangsmöglichkeiten zu erschweren und Hilfe schneller erreichbar zu machen. Sie sind keine Pflicht und keine Garantie.
Wenn möglich, das Getränk selbst direkt beim Ausschank oder vom zuständigen Personal entgegennehmen. Wer ein angebotenes Getränk nicht annehmen möchte, muss das nicht begründen.
Ist ein Getränk aus dem Blick geraten, kann es stehen bleiben. Niemand muss diese Entscheidung begründen.
Wirkt etwas ungewöhnlich, nicht weitertrinken und eine erreichbare Ansprechperson hinzuziehen.
Getränke anderer Personen nicht ungefragt mitnehmen, austauschen oder weiterreichen.
Beim Ankommen kurz klären, wo Barpersonal, Awareness-Team, Security oder Sanitätsdienst erreichbar sind.
Treffpunkt, Heimweg und eine erreichbare Kontaktperson vorab in der Gruppe abstimmen.
Gemeinsam unterwegs
Gegenseitige Unterstützung beginnt mit Respekt. Die Wünsche einer ansprechbaren Person stehen im Mittelpunkt: Schritte erklären, Zustimmung erfragen und keinen Druck ausüben. Bei akuter medizinischer oder sicherheitsbezogener Gefahr hat sofortige Hilfe Vorrang.
Keine verlässliche Selbstprüfung
Aussehen, Geruch oder Geschmack können eine Manipulation weder zuverlässig bestätigen noch ausschließen. Auffälligkeiten sind ein Anlass, nicht weiterzutrinken – ihr Fehlen ist keine Entwarnung.
Farbe, Klarheit oder sichtbare Veränderungen erlauben keine zuverlässige Beurteilung.
Ein ungewöhnlicher Eindruck kann ein Warnsignal sein. Fehlende Auffälligkeiten schließen eine Manipulation nicht aus.
Ein negatives Ergebnis darf bei Beschwerden nicht als Entwarnung verstanden werden. Medizinische Hilfe hat Vorrang.
„Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt: nicht weitertrinken, Unterstützung holen und bei Beschwerden medizinisch abklären lassen.“
Produkt fachlich einordnen
Bei einem passenden Gefäß und korrekter Anwendung kann eine Abdeckung den direkten Zugang zu einem offenen Getränk erschweren. Ihre Rolle muss dort enden, wo falsche Sicherheit beginnen würde.
Für Städte, Kommunen, Hochschulen & Veranstaltende
Öffentliche Kommunikation wirkt glaubwürdig, wenn hinter jedem Hinweis eine klare Zuständigkeit steht. Deshalb gehören Botschaft, Ausgabe, Anlaufstelle und Übergabe in einen gemeinsam geplanten Ablauf.
Zielgruppen, benannte Rollen, lokale Hilfekette, geschützten Bereich, Behältertest, barrierearme Hinweise sowie Regeln für Einwilligung, Vertraulichkeit und datensparsame Dokumentation planen.
Geschulte Ausgabe, erkennbare Ansprechpersonen, diskrete Anlaufstelle und eindeutige Übergabe an Sanitäts- oder Rettungsdienst sicherstellen.
Anonymisierte oder aggregierte Prozessdaten gemeinsam auswerten. Personenbezogene Angaben nur erheben, wenn sie erforderlich sind und eine klare Rechtsgrundlage besteht.
Wichtig: Ausgabezahlen, Reichweite oder positives Feedback belegen keine Verringerung von Vorfällen. Sie beschreiben die Umsetzung – nicht die Schutzwirkung.
Passend zum Umfeld
Orientierung auf großen Flächen, Treffpunkte, Awareness-Team und Sanitätsdienst.
Festival-Leitfaden ClubBarpersonal, Security, diskrete Anlaufstellen und Hilfewege im Nachtleben.
Club-Leitfaden GrundlagenDefinition, mögliche Anzeichen und Grenzen der verfügbaren Datenlage.
Grundlagen lesenBeratung und Unterstützung
Bei Unsicherheit können spezialisierte Beratungsangebote Orientierung geben – vertraulich und unabhängig von einer Strafanzeige.
Rund um die Uhr, anonym und kostenfrei; auch für Angehörige und Fachkräfte.
Hilfetelefon öffnen (öffnet in neuem Tab)Beratung für Betroffene von Straftaten und unterstützende Personen.
Opfer-Telefon öffnen (öffnet in neuem Tab)Offizielles Hilfeportal mit Informationen und Anlaufstellen für Betroffene von Straftaten.
Hilfe-Info öffnen (öffnet in neuem Tab)Häufige Fragen
Nein. Die Verantwortung trägt ausschließlich die Person, die ohne Einwilligung eine Substanz verabreicht. Präventionstipps ändern daran nichts.
Nein. Aussehen, Geruch und Geschmack erlauben keine sichere Beurteilung. Auffälligkeiten können ein Warnsignal sein; ihr Fehlen ist keine Entwarnung.
Nein. Bei passendem Gefäß und korrekter Anwendung kann sie direkten Zugang erschweren. Sie garantiert keinen Schutz und erkennt keine Substanzen.
Bei der Person bleiben und geschulte Hilfe hinzuziehen. Bei Bewusstlosigkeit, auffälliger oder fehlender Atmung sowie schweren oder rasch zunehmenden Beschwerden sofort 112 wählen und den Anweisungen folgen. Auch weniger schwere, plötzlich unerklärliche Beschwerden möglichst umgehend ärztlich abklären lassen. Bei akuter Gefahr oder einer laufenden Tat gilt 110.
Benannte Zuständigkeiten, geschulte Teams, eine diskrete und auffindbare Anlaufstelle, lokal abgestimmte Übergaben, zugängliche Kommunikation und eine datensparsame Nachbereitung.
Quellen & Transparenz
Die Hinweise dienen der Orientierung und ersetzen keine medizinische Diagnose, Erste-Hilfe-Ausbildung oder individuelle Notfallberatung.
Für Städte und Veranstaltende
Wir klären mit Ihnen Zielgruppen, Ausgabeorte, Behälter, Zuständigkeiten, lokale Hilfsangebote, Kommunikation und Auswertung.