Aufmerksam · gemeinsam · ohne Schuldzuweisung

Getränkeschutz-Tipps, die Menschen Orientierung geben.

Freiwillige Routinen für Gäste – und klare Aufgaben für Städte, Kommunen, Hochschulen und Veranstaltende. Ohne falsche Sicherheit und ohne Verantwortung auf Betroffene zu verlagern.

Gäste nehmen ihre Getränke direkt am Ausschank entgegen; eine Awareness-Ansprechperson ist vor Ort sichtbar
Gute Prävention verbindet verständliche Hinweise mit sichtbaren Ansprechpersonen.

Sechs freiwillige Routinen

Praktisch bleiben, ohne Schutz zu versprechen.

Diese Hinweise zielen darauf, einzelne Zugangsmöglichkeiten zu erschweren und Hilfe schneller erreichbar zu machen. Sie sind keine Pflicht und keine Garantie.

01

Direkt entgegennehmen

Wenn möglich, das Getränk selbst direkt beim Ausschank oder vom zuständigen Personal entgegennehmen. Wer ein angebotenes Getränk nicht annehmen möchte, muss das nicht begründen.

02

Im Zweifel neu entscheiden

Ist ein Getränk aus dem Blick geraten, kann es stehen bleiben. Niemand muss diese Entscheidung begründen.

03

Veränderungen ernst nehmen

Wirkt etwas ungewöhnlich, nicht weitertrinken und eine erreichbare Ansprechperson hinzuziehen.

04

Nur nach Absprache übernehmen

Getränke anderer Personen nicht ungefragt mitnehmen, austauschen oder weiterreichen.

05

Hilfeorte früh kennen

Beim Ankommen kurz klären, wo Barpersonal, Awareness-Team, Security oder Sanitätsdienst erreichbar sind.

06

Gemeinsamen Plan vereinbaren

Treffpunkt, Heimweg und eine erreichbare Kontaktperson vorab in der Gruppe abstimmen.

Die Verantwortung für Drink Spiking liegt ausschließlich bei der tatbegehenden Person – unabhängig davon, wo ein Getränk stand oder welche Vorsichtsmaßnahme genutzt wurde.
Drei Personen stimmen sich bei einer Veranstaltung ab und zeigen auf die nahe gelegene Anlaufstelle
Aufmerksamkeit heißt: ansprechen, zuhören und erreichbare Hilfe gemeinsam nutzen.

Gemeinsam unterwegs

Unterstützen, ohne Kontrolle zu übernehmen.

Gegenseitige Unterstützung beginnt mit Respekt. Die Wünsche einer ansprechbaren Person stehen im Mittelpunkt: Schritte erklären, Zustimmung erfragen und keinen Druck ausüben. Bei akuter medizinischer oder sicherheitsbezogener Gefahr hat sofortige Hilfe Vorrang.

  • Plötzliche Veränderungen ruhig ansprechen
  • Wahrnehmungen ernst nehmen – auch ohne Beweis
  • Bei der Person bleiben und gewünschte Unterstützung erfragen
  • Geschultes Personal oder den Sanitätsdienst hinzuziehen
  • Privatsphäre schützen und keine Aufnahmen verbreiten
  • Bei einer konkreten Beobachtung oder Gefahr nicht selbst konfrontieren; Security oder Polizei hinzuziehen

Keine verlässliche Selbstprüfung

Was ein Getränk nicht sicher verrät.

Aussehen, Geruch oder Geschmack können eine Manipulation weder zuverlässig bestätigen noch ausschließen. Auffälligkeiten sind ein Anlass, nicht weiterzutrinken – ihr Fehlen ist keine Entwarnung.

Aussehen

Unauffällig ist nicht automatisch sicher

Farbe, Klarheit oder sichtbare Veränderungen erlauben keine zuverlässige Beurteilung.

Geruch & Geschmack

Kein verlässlicher Ausschluss

Ein ungewöhnlicher Eindruck kann ein Warnsignal sein. Fehlende Auffälligkeiten schließen eine Manipulation nicht aus.

Testprodukte

Kein Ersatz für Hilfe

Ein negatives Ergebnis darf bei Beschwerden nicht als Entwarnung verstanden werden. Medizinische Hilfe hat Vorrang.

Merksatz für Kampagnen

„Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt: nicht weitertrinken, Unterstützung holen und bei Beschwerden medizinisch abklären lassen.“

Produkt fachlich einordnen

Eine Getränkeabdeckung ist ein Baustein – kein Sicherheitskonzept.

Bei einem passenden Gefäß und korrekter Anwendung kann eine Abdeckung den direkten Zugang zu einem offenen Getränk erschweren. Ihre Rolle muss dort enden, wo falsche Sicherheit beginnen würde.

Kann beitragen

  • Direkten Zugang zu einem offenen Getränk erschweren
  • Präventionsbotschaft sichtbar tragen
  • QR-Code oder lokalen Hilfeweg kommunizieren
  • Gesprächsanlässe am Ausgabeort schaffen

Kann nicht leisten

  • Manipulation sicher verhindern
  • Substanzen erkennen, analysieren oder neutralisieren
  • Ein Getränk als „sicher“ bestätigen
  • Geschulte Teams, Erste Hilfe oder Notfallwege ersetzen

Für Städte, Kommunen, Hochschulen & Veranstaltende

Verhaltenstipps sind nur ein Teil eines Präventions- und Hilfekonzepts.

Öffentliche Kommunikation wirkt glaubwürdig, wenn hinter jedem Hinweis eine klare Zuständigkeit steht. Deshalb gehören Botschaft, Ausgabe, Anlaufstelle und Übergabe in einen gemeinsam geplanten Ablauf.

Kommunale Projektleitung, Veranstaltungsorganisation und Einsatzteam planen gemeinsam den Hilfeweg für ein Stadtfest
Vor dem Einsatz klären: Rollen, Anlaufstelle, lokale Hilfekette, Kommunikation und Nachbereitung.
Vorher

Verantwortung und Wege festlegen

Zielgruppen, benannte Rollen, lokale Hilfekette, geschützten Bereich, Behältertest, barrierearme Hinweise sowie Regeln für Einwilligung, Vertraulichkeit und datensparsame Dokumentation planen.

Währenddessen

Sichtbar und ansprechbar bleiben

Geschulte Ausgabe, erkennbare Ansprechpersonen, diskrete Anlaufstelle und eindeutige Übergabe an Sanitäts- oder Rettungsdienst sicherstellen.

Danach

Ablauf statt Wirkung auswerten

Anonymisierte oder aggregierte Prozessdaten gemeinsam auswerten. Personenbezogene Angaben nur erheben, wenn sie erforderlich sind und eine klare Rechtsgrundlage besteht.

  1. Hinweis wahrnehmen
  2. Respektvoll ansprechen
  3. Bei der Person bleiben
  4. Hilfeweg aktivieren
  5. Geordnet übergeben
  6. Datensparsam nachbereiten
  • RollenabdeckungSind Erstkontakt und Vertretung pro Schicht benannt?
  • AuffindbarkeitIst die Anlaufstelle vor Ort und mobil leicht zu finden?
  • Briefing-StandWelche beteiligten Teams wurden vor dem Einsatz eingewiesen?
  • Hilfeweg & ZugänglichkeitSind QR-Ziel, Rufnummern, Sprachen und barrierearme Formate aktuell und geprüft?
  • ÜbergabequalitätWaren Rettungsdienst, Klinik, Beratung und Polizei lokal abgestimmt?
  • VerbesserungsbedarfWelche Rückmeldungen führen zu einer konkreten Anpassung?

Wichtig: Ausgabezahlen, Reichweite oder positives Feedback belegen keine Verringerung von Vorfällen. Sie beschreiben die Umsetzung – nicht die Schutzwirkung.

Beratung und Unterstützung

Hilfe für Betroffene, Umfeld und Fachkräfte.

Bei Unsicherheit können spezialisierte Beratungsangebote Orientierung geben – vertraulich und unabhängig von einer Strafanzeige.

Häufige Fragen

Kurz und eindeutig beantwortet.

Ist eine Person selbst schuld, wenn ihr Getränk unbeaufsichtigt war?

Nein. Die Verantwortung trägt ausschließlich die Person, die ohne Einwilligung eine Substanz verabreicht. Präventionstipps ändern daran nichts.

Kann ein manipuliertes Getränk zuverlässig erkannt werden?

Nein. Aussehen, Geruch und Geschmack erlauben keine sichere Beurteilung. Auffälligkeiten können ein Warnsignal sein; ihr Fehlen ist keine Entwarnung.

Schützt eine Getränkeabdeckung vollständig?

Nein. Bei passendem Gefäß und korrekter Anwendung kann sie direkten Zugang erschweren. Sie garantiert keinen Schutz und erkennt keine Substanzen.

Was ist bei plötzlichen starken Beschwerden zu tun?

Bei der Person bleiben und geschulte Hilfe hinzuziehen. Bei Bewusstlosigkeit, auffälliger oder fehlender Atmung sowie schweren oder rasch zunehmenden Beschwerden sofort 112 wählen und den Anweisungen folgen. Auch weniger schwere, plötzlich unerklärliche Beschwerden möglichst umgehend ärztlich abklären lassen. Bei akuter Gefahr oder einer laufenden Tat gilt 110.

Was brauchen Kommunen zusätzlich zu Verhaltenstipps?

Benannte Zuständigkeiten, geschulte Teams, eine diskrete und auffindbare Anlaufstelle, lokal abgestimmte Übergaben, zugängliche Kommunikation und eine datensparsame Nachbereitung.

Quellen & Transparenz

Fachliche Grundlage.

Die Hinweise dienen der Orientierung und ersetzen keine medizinische Diagnose, Erste-Hilfe-Ausbildung oder individuelle Notfallberatung.

Inhaltlich aktualisiert: 8. September 2026Redaktionell verantwortlich: KO STOP®Allgemeine Information, keine Sicherheitsgarantie

Für Städte und Veranstaltende

Verbinden Sie Verhaltenstipps mit einem verlässlichen Hilfeweg.

Wir klären mit Ihnen Zielgruppen, Ausgabeorte, Behälter, Zuständigkeiten, lokale Hilfsangebote, Kommunikation und Auswertung.