Präventionskonzept für Städte, Kommunen und Veranstalter

Drink-Spiking-Prävention, die vor Ort funktioniert.

Ein belastbarer kommunaler Ansatz verbindet klare Zuständigkeiten, geschulte Teams, erreichbare Hilfewege und verantwortungsvolle Kommunikation. So wird aus einer Einzelmaßnahme ein umsetzbares Präventionskonzept.

Kommunale Projektleitung, Veranstalter, Awareness-Team, Sicherheitsdienst und medizinische Ansprechperson planen gemeinsam die Drink-Spiking-Prävention
Gemeinsam vorbereitet. Vor Ort handlungsfähig.Rollen, Hilfewege und Kommunikation abgestimmt
Verantwortung geregelt
Zuständigkeiten und Eskalationswege werden vor Veranstaltungsbeginn verbindlich geklärt
Hilfe erreichbar
Sichtbare Anlaufstellen, geschulte Personen und lokale Fachkontakte greifen ineinander
Produkte eingeordnet
Getränkeabdeckungen ergänzen das Konzept, ersetzen aber keine organisatorischen Maßnahmen

Begriffe und Grenzen

Drink Spiking sachlich einordnen

Der umgangssprachliche Begriff „K.-o.-Tropfen“ kann den Eindruck eines einzelnen Stoffes erwecken. Tatsächlich kommen unterschiedliche Substanzen und Konstellationen infrage. Symptome allein belegen weder eine bestimmte Substanz noch eine Straftat.

Mögliche Warnzeichen ernst nehmen

Plötzliches starkes Unwohlsein, Benommenheit, Erinnerungslücken, ungewöhnliche Koordinationsprobleme oder Bewusstseinsveränderungen können Warnsignale sein. Sie können jedoch auch andere Ursachen haben.

Veranstaltungspersonal sollte nicht diagnostizieren, sondern Hilfe anbieten und bei Bedarf medizinische Fachkräfte hinzuziehen.

Betroffenenorientiert reagieren

Die betroffene Person entscheidet – soweit möglich – über die nächsten Schritte. Sie sollte ernst genommen, nicht allein gelassen und weder zu einer Aussage noch zu einer Anzeige gedrängt werden.

Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder anderer akuter Gefahr ist der Rettungsdienst über 112 zu rufen.

Handlungsplan im Verdachtsfall

Fünf Schritte für Teams vor Ort

Der konkrete Ablauf muss an Veranstaltung, Hausrecht, Sicherheitskonzept und lokale Hilfsangebote angepasst werden.

Geschulte Awareness-Ansprechperson unterstützt eine Besucherin gemeinsam mit ihrer Vertrauensperson in einem ruhigen Bereich
Ruhiger Ort, eine Person des Vertrauens und Entscheidungen ohne Druck

Betroffenenorientierung als Standard

Hilfe beginnt mit Zuhören und Wahlmöglichkeiten.

Veranstaltungsteams sollen nicht diagnostizieren. Ihre Aufgabe ist es, Sicherheit herzustellen, gewünschte Unterstützung zu organisieren und bei akuter Gefahr unverzüglich professionelle Hilfe hinzuzuziehen.

  • Angaben ernst nehmen und Schuldzuweisungen vermeiden
  • Eine gewünschte Vertrauensperson einbeziehen
  • Beratung, medizinische Hilfe und Polizei als Optionen erklären
  • Bei akuter medizinischer Gefahr sofort 112 rufen
  1. Ansprechen

    Ruhig fragen, was die Person braucht, und ihre Angaben ernst nehmen.

  2. Absichern

    An einen ruhigen Ort begleiten und eine gewünschte Vertrauensperson hinzuholen.

  3. Einschätzen lassen

    Bei Beschwerden medizinische Hilfe anbieten; bei akuter Gefahr sofort 112.

  4. Optionen erklären

    Beratung, Polizei und mögliche Spurensicherung ohne Druck ansprechen.

  5. Dokumentieren

    Nur erforderliche Angaben geschützt festhalten und intern nachbereiten.

Im Notfall

112 bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder anderer akuter medizinischer Gefahr. 110 bei unmittelbarer Bedrohung oder wenn polizeiliche Hilfe erforderlich ist. Keine Getränke oder vermeintlichen Hausmittel aufzwingen.

Vorbereitung

Was Veranstalter vor Öffnung klären sollten

Team

Rollen und Schulung

Wer nimmt Hinweise entgegen? Wer entscheidet über Rettungsdienst, Sicherheitsdienst oder Polizei? Alle Schnittstellen müssen vorab bekannt sein.

Ort

Sichtbare Anlaufstelle

Eine leicht auffindbare, möglichst barrierearme und geschützte Anlaufstelle mit klar gekennzeichneten Personen vorsehen.

Ablauf

Notfall- und Hilfeweg

Interne Alarmierung, medizinische Hilfe, Begleitung, Transport und datensparsame Dokumentation verbindlich festlegen.

Sprache

Respektvolle Kommunikation

Keine Schuldzuweisungen, keine Bagatellisierung und keine Schutzversprechen. Hinweise kurz, verständlich und mehrsprachig planen.

Netzwerk

Lokale Fachstellen

Beratungsstellen, Rettungsdienst, Polizei und weitere Partner passend zum Ort identifizieren und Kontaktdaten prüfen.

Lernen

Nachbereitung

Nach Einsätzen Abläufe, Erreichbarkeit und Unterstützungsbedarf prüfen, ohne sensible Daten unnötig zu vervielfältigen.

Produkt im Präventionskonzept

Getränkeabdeckung: hilfreich einordnen, nicht überschätzen

Für Städte und Veranstalter ist eine klare Einordnung entscheidend: Das Produkt kann Aufmerksamkeit und Ausgabewege unterstützen, bleibt aber immer Teil eines umfassenderen organisatorischen Konzepts.

Möglicher Beitrag

  • Direkten Zugang zu einem offenen Getränk erschweren
  • Aufmerksamkeit und Gesprächsanlässe schaffen
  • Kampagnenbotschaft oder QR-Code sichtbar tragen
  • Bei gezielter Ausgabe zu einer Ansprechstelle führen

Klare Grenzen

  • Keine Garantie gegen Manipulation
  • Keine Erkennung oder Analyse von Substanzen
  • Kein Medizinprodukt und kein Ersatz für medizinische Hilfe
  • Kein Ersatz für geschulte Teams und Sicherheitsmaßnahmen
Originaler hellgrüner KO STOP Getränkeschutz auf einem Glas mit verpackten Einheiten an einem professionellen Informationsstand
Originalprodukt als sichtbarer, ergänzender Baustein der Präventionskommunikation

Beratung und Quellen

Offizielle und fachliche Anlaufstellen

Lokale Hilfeangebote unterscheiden sich. Institutionen sollten die für ihren Standort zuständigen Stellen zusätzlich prüfen und in interne Abläufe aufnehmen.

Zuletzt fachlich geprüft: 6. September 2026Redaktionell verantwortlich: KO STOP®Hinweis: allgemeine Information, keine Diagnose, medizinische oder rechtliche Beratung

Nächster Schritt

Kommunales Präventionsprojekt strukturiert aufsetzen.

Beschreiben Sie Organisation, Zielgruppe, Einsatzort, vorhandene Hilfsstruktur, Stückzahl und Termin. KO STOP prüft anschließend gemeinsam mit Ihnen die passende Einbindung in Ihr Gesamtkonzept.