Schützen und dabeibleiben
Ruhig ansprechen, einen geschützten Ort anbieten und die Person weder allein lassen noch allein nach Hause schicken.
Festivalprävention · Orientierung · Hilfewege
Für Gäste zählt schnelle Orientierung. Für Veranstaltende, Städte und Kommunen zählt ein System, das auch unter Zeitdruck funktioniert: sichtbare Anlaufstellen, klare Zuständigkeiten und verlässliche Übergaben.
Akute Situation
Mögliche Anzeichen sind unspezifisch und beweisen kein Drink Spiking. Trotzdem gilt: Awareness-Team oder Sanitätsdienst holen, ruhig begleiten und medizinische Dringlichkeit prüfen lassen.
Erste Orientierung
Bei Unsicherheit früh professionelle Hilfe einbeziehen. Wünsche und Einwilligung beachten, soweit die betroffene Person ansprechbar und entscheidungsfähig ist. Bei Bewusstlosigkeit oder akuter Gefahr unverzüglich professionelle Hilfe holen.
Ruhig ansprechen, einen geschützten Ort anbieten und die Person weder allein lassen noch allein nach Hause schicken.
Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfällen oder anderer akuter medizinischer Gefahr 112 wählen. Atmet eine bewusstlose Person normal, stabile Seitenlage herstellen und die Atmung fortlaufend kontrollieren. Atmet sie nicht normal oder bestehen Zweifel – auch bei Schnappatmung – sofort 112 wählen, Wiederbelebung beginnen und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
Auch ohne akuten Notfall möglichst früh medizinische Beratung suchen. Blut- oder Urinproben und eine vertrauliche Spurensicherung gehören in fachliche Hände. Nichts einflößen und kein Erbrechen auslösen.
Wichtig: Ein negatives Untersuchungsergebnis schließt eine Verabreichung nicht sicher aus. Symptome können viele Ursachen haben; Unterstützung und medizinische Einschätzung bleiben sinnvoll.
Für Festivalgäste
Niemand kann jede Gefahr kontrollieren. Ein paar freiwillige Absprachen können jedoch helfen, Unterstützung schneller zu finden.
Awareness-Point, Sanitätsdienst, Info, Security, Ausgänge und barrierearme Wege im Lageplan prüfen.
Einen konkreten Ort absprechen, falls Mobilfunk ausfällt oder die Gruppe sich verliert.
Bei ungewohnter Wirkung nicht weitertrinken und Personal oder eine vertraute Person ansprechen.
Transport, Treffpunkt und erreichbare Vertrauensperson klären, wenn das für die Gruppe hilfreich ist.
Aufeinander achten heißt: zuhören, glauben, dabeibleiben und professionelle Hilfe organisieren – nicht kontrollieren oder Schuld zuweisen.
Für Städte, Kommunen & Veranstaltende
Festivalsicherheit entsteht aus vorbereiteten Strukturen, sichtbaren Hilfewegen und eingespielten Abläufen. Umfang und Rollen richten sich nach Gelände, Laufzeit, Besucherzahl und -profil sowie lokalen Hilfsangeboten.
Gemeinsamer Ablauf
Der Ablauf dient als Rahmen und muss vor Ort mit den zuständigen Stellen abgestimmt werden. Außer bei akuter Gefahr werden medizinische, polizeiliche und dokumentarische Schritte transparent erklärt und möglichst mit Einwilligung der betroffenen Person abgestimmt.
Hinweis ernst nehmen, Situation nicht bewerten oder untersuchen.
Ruhig, respektvoll und ohne Schuldzuweisung Kontakt aufnehmen.
Geschützten Ort anbieten und eine vertraute Begleitung ermöglichen.
Medizinische Dringlichkeit durch zuständige Fachkräfte klären lassen.
An Awareness, Sanität, Security oder Polizei klar und nachvollziehbar übergeben.
Datensparsam auswerten und vereinbarte Verbesserungen dokumentieren.
Freigabe, Ressourcen, Entscheidungskompetenz und übergreifende Eskalation.
Standard, Schichtbriefings, geschützter Anlaufpunkt und respektvolle Begleitung.
Medizinische Einschätzung, Erste Hilfe und geregelte Notfallversorgung.
Absicherung, Deeskalation und abgestimmte Übergabe im Rahmen der jeweiligen Befugnisse – keine medizinische Bewertung.
Erstkontakt, Begleitung und Weiterleitung nach dem gemeinsamen Ablauf.
Einheitliche Angaben sowie Zweck, Zugriff, Aufbewahrung und Löschung von Dokumentation.
Kommunal nachvollziehbar
Für Verwaltung und Projektpartner braucht ein Festival-Konzept prüfbare Kriterien – ohne unbelegte Aussage, dass einzelne Maßnahmen Übergriffe verhindern.
Fachliche Einordnung
Eine Getränkeabdeckung kann den direkten Zugriff auf ein offenes Getränk erschweren und Kommunikation anstoßen. Sie erkennt keine Substanzen, bietet keine Garantie gegen Manipulation und ersetzt weder geschulte Teams noch Sanitäts-, Awareness- oder Sicherheitskonzepte.
Hilfe & Beratung
Vor-Ort-Kontakte gehören zusätzlich in Lageplan, App, mobile Hilfeseite und Teambriefing.
Quellen & Transparenz
Planung und Bemessung müssen immer mit den örtlich zuständigen Stellen und den Anforderungen der konkreten Veranstaltung abgestimmt werden.
Von der Idee zum belastbaren Ablauf
KO STOP unterstützt bei Kampagnenbausteinen, Kommunikation und einem klar abgegrenzten Pilotprojekt. Lokale Zuständigkeiten und fachliche Partner bleiben zentral.